Asklepios Fachklinikum Göttingen, Krankenhausmuseum

Das ehemalige Niedersächsische Landeskrankenhaus Göttingen, das 2007 in die Trägerschaft der Asklepios-Klinik-Gruppe überging, barg über Jahrzehnte unbekannte kunsthistorisch bedeutende Schätze. Das Krankenhausmuseum macht diese heute öffentlich zugänglich. Das "Feste Haus" am südlichen Rande des Krankenhauses diente seit 1909 vorrangig der Unterbringung psychisch kranker Straftäter. Das Feste Haus selbst gehört heute zum Niedersächsischen Landeskrankenhaus Moringen. Darin befindet sich bis heute eine mehrfach übermalte Zelle von Julius Klingebiel (1904 - 1965). Sie ist nicht öffentlich zugänglich, weil dort noch heute ein hochgesicherter Bereich des Maßregelvollzuges unterhalten wird. Vom selben Gebäude aus zeichnete Gustav Sievers 1918 die in "Elementarkräfte" ausgestellte Ansicht der Corrigentenanstalt. Das Krankenhaus zeigt auf seiner homepage anschaulich die Baugeschichte und Historie auf und setzt sich mit der NS-Vergangenheit auseinander. Der Ärztliche Direktor Dr. Manfred Koller ist auch Leihgeber unserer Ausstellung.

Das Krankenhaus veranstaltet regelmäßig Kunstausstellungen. Krankenhausmuseum: Rauminstallation der Klingebiel-Zelle und historische Ausstellung. Die alte Postkarte zeigt eine Ansicht der Anstalt nach Errichtung 1866.

Leitung und Auskunft: Dr. Manfred Koller, E. Meyer

www.asklepios.com/goettingen

Das Foto zeigt die Ansicht der Anstalt nach Errichtung 1866, © Asklepios Fachklinikum Göttingen

 

Asklepios Klinik Nord, Kunstwerkstatt 18, Hamburg Langenhorn

Die 1988 gegründete Kunstwerkstatt des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses Ochsenzoll ist heute fester Bestandteil des Maßregelvollzuges in der Forensischen Klinik. In einem öffentlich zugänglichen Ausstellungsbereich finden regelmäßig beachtete Ausstellungen der Künstler statt, die im Atelierbereich langjährig arbeiten. Das Spektrum der Arbeit umschließt die Entdeckung und Entwicklung künstlerischer Talente und Ausdrucksformen, im Einzelfall therapeutische und kunstpädagogische Ansätze ebenso wie die Förderung von Künstlern, die längst eine eigene Sprache gefunden haben. Therapie geht in Assistenz und Coaching über bis zur Ausstellungsreife in Einzelausstellungen.

Regelmäßige Gruppen- und Einzelausstellungen im eigenen Galeriebereich, zuletzt 2009, 2010.

Leitung und Auskunft: Dr. Guntram Knecht, Angelika Laute

www.asklepios.com/klinikumnord

Das Foto zeigt den Atelierbereich von Günter Lehmanski © Andreas Spengler 2010

 

AuE-Kreativschule e.V. , Hannover

AuE steht für "Ausdruck und Erleben". Die "AuE", wie sie meist genannt wird, begann 1989 mit einer offenen Mal- und Theaterwerkstatt in einer psychiatrischen Großklinik und konnte 1994 in Hannover in eigene Räume umziehen. Neben bildender Kunst sind Theater, Schreiben, Musik vertreten. Interdisziplinäre Arbeit ist Programm. Die AuE ist vernetzt mit Bildungseinrichtungen und wird vom Sozialministerium, der Region Hannover, der Landeshauptstadt Hannover und Kunststiftungen unterstützt. Grundannahme ist, dass das künstlerische Tun das oft verschüttete Potential für Ausdruck und Erleben freisetzt. Die Künstler werden in ihrer gestalterischen Autonomie assistiert und als Künstler gefördert. Im Atelier werden Freiräume geschaffen, in dem sich Freude und Individualität unabhängig vom Klinikalltag entfalten können. Über das Medium Kunst begegnen sich die unterschiedlichsten Menschen  Der Weg in die Öffentlichkeit stärkt und setzt Integrationsprozesse in Gang. Die AuE beschreitet diesen mit Veranstaltungen und Ausstellungen. Seit 1994 nehmen die Künstler einen regelmäßigen öffentlichen Maltermin im Sprengel Museum Hannover wahr, der dort zum Bildungsprogramm gehört. Besuche bei der AuE sind willkommen.

Ausstellungen Auswahl:
1990 Hannover, Landtag Niedersachsen. 1991 Hildesheim, Universität.
1992 Hannover, Nds. Staatskanzlei. 1993 Hildesheim Kulturfabrik. 1995 Hannover, Bezirksregierung. 1995, 1996, 2002 Hannover, Sprengel-Museum. 1996 Bonn, Landesvertretung Niedersachsen. 1996 Detmold, Kunstmarkt. 1997 Hannover, Marktkirche. 1998 Hannover, Nds. Sozialministerium.
2009 Hannover, Eisfabrik.

Publikationen Auswahl:
Wenn der Mond einen Hof hat (1996) Hannover, Selbstverlag. Malerkünstler (2002), Hannover, Selbstverlag. Drei Künstler von AuE aus (2004) Hannover, Selbstverlag. Postkartenserien, u.a. Blick aus der Landesvertretung (2003).

Leitung und Auskunft: Sabrina Gebhard

www.aue-kreativschule.de

Das Foto zeigt das Malen im Sprengel-Museum © Das Foto wurde von Sabrina Gebhard zur Verfügung gestellt.

 

Förderkreis Elfriede Lohse-Wächtler e.V., Hamburg

Der 1994 gegründete Verein dient der Förderung von Kunst und Kultur, vor allem der Wiederentdeckung und öffentlichen Rezeption des Werkes seiner Namensgeberin. Dies geschieht durch Katalogisierung, Durchführung von Ausstellungen und Förderung von Publikationen. Öffentlich sichtbare Meilensteine der kontinuierlichen, wissenschaftlich vertieften und engagierten Arbeit waren die Buchveröffentlichungen 1996, 2001, 2006 und 2009 und die Benennung mehrerer öffentlicher Orte und Straßen.

Weitere Details sind bei der Künstlerin dargestellt. 

www.elfriede.lohse-waechtler.de

 

Freunde der Schlumper e.V., Hamburg

Die Arbeit der Schlumper nahm mit einem Projekt der heutigen Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Hamburg ihren Anfang: Der Künstler Rolf Laute bezog 1978 bei einem Wettbewerb zur Ausgestaltung eines neuen Jugendhauses die Bewohner ein. Diese wollten 1980 weiter malen und kamen in Lautes Malschule, bis 1983 in der gleichnamigen Straße das Stadthaus Schlump bezogen und als Atelier genutzt werden konnte. Die erste Ausstellung 1984 in den damaligen Alsterdorfer Anstalten brachte Anerkennung und führte zur Vereinsgründung Freunde der Schlumper 1985. Es gab Ausstellungen in lokalen Galerien in Hamburg. 1993 wurde das Arbeitsprojekt "Schlumper von Beruf" gegründet. Schlumper waren bei etlichen Projekten der Kunst am Bau beteiligt. Es entwickelten sich Kontakte zu Schulen, Altenheimen und ähnlichen Kunst-Projekten, etwa nach Gugging. 2002 kamen die Schlumper organisatorisch unter das Dach der "alsterarbeit". Inzwischen gibt es rund zwei Dutzend Arbeitsplätze. Bei den Schlumpern kamen große Talente zu Tage, die sich bald zu unverwechselbaren Künstlerpersönlichkeiten entwickelt und ihr Repertoire ausgebaut haben, etwa Karl-Ulrich Iden mit Performances und Installationen. Einzelne gingen mit Laute in die Fachhochschule und unterstützten ihn bei der Anleitung von Studenten. Vieles ist unmittelbare "art brut", aber darüber hinaus sind viele wichtige Strömungen der Gegenwartskunst verwirklicht, nachdem die Künstler für sich mehr Kultur entdeckt haben. Andere kommen dorthin, ohne je ein Museum gesehen zu haben. Laute und seine Mitarbeiter stellen das Umfeld und fördern, sie sind Mentoren für die Künstler, nicht Erzieher oder Therapeuten. Bilder der Schlumper werden gesammelt, breit rezipiert und repräsentativ ausgestellt, auch an Orten wie Prag (CZ), Chicago (USA), Randers (DK) oder St.Gimignano (I). Zitate: "Joseph Beuys hat bekanntlich von der 'sozialen Plastik' gesprochen. Ich sitze seit Jahren mittendrin in einer sozialen Plastik. Dieser Organismus .. ist sozial, ist Kultur, und in jeder erdenklichen Hinsicht Kunst" (Rolf Laute 2005 im Interview mit B. Grace Gardner).

Auswahl: Ausstellungen in lokalen Galerien und Institutionen in Hamburg während der 80-er Jahre. 1989 Berlin, Ev. Kirchentag. 1991 Freiburg an der Elbe, Kehdinger Kunstverein. 1993 Berlin, Kulturbrauerei. 1994 Meldorf, Landesmuseum. 1996 Bonn, Bundesgesundheitsministerium. 1997 Mainz, Rathaus. 2001 Hamburg, Helmsmuseum. 2002 Chicago (USA), Cultural Center. 2002/2003 Rostock, Kunsthalle. 2003 Göttingen, Kunstverein. 2005 Hamburg, Kunsthalle. 2008 San Gimignano I), Galleria D'Arte Modernae Contemporanea. 2009 Randers (DK), Gaia Museum. 2009 Schleswig, Museum für Outsiderart. Weitere Ausstellungen und ständige Galerie in der Galerie der Schlumper.

Günter Gercken und Christoph Eissing-Christophersen (Hrsg.) (2001) Die Schlumper - Kunst ohne Grenzen. Die Arbeit findet seit Jahren Niederschlag in Medienberichten, etwa in dem Film »o.T. mit drei Schlumpern« (2005) von Lars Matzen und Mirco Seyfert oder bei SPIEGEL-online (18.11.2008) . Die Ausstellungskataloge 2005 Hamburger Kunsthalle und 2008 St. Gimignano enthalten lesenswerte Beiträge etablierter Kunstfachleute zur Bedeutung der "art brut" und ihrer Künstler, die über die Schlumper-Künstler hinaus auch auf das Projekt "Elementarkräfte" anwendbar sind. Die große Fotostrecke bei SPIEGEL-online zeigt die Arbeit der Schlumper und gibt einen Eindruck in das Schaffen der Künstler. Weitere Fotostrecken sind auf der homepage der Schlumper zu sehen, etwa zur "neuen Generation". Atelierbesuche sind willkommen. Die "Schlumper" sind ein eingetragenes Markenzeichen. Ihre Produkte werden auch weitervermarktet. Werke können vor Ort erworben, aber auch ausgeliehen werden.

Leitung und Auskunft: Rolf Laute, Anna Laute

www.schlumper.de

Foto Freunde der Schlumper e.V. - Im Atelier- und Ausstellungsraum

 

Klinikum Wahrendorff GmbH, Kunstwerkstatt, Sehnde

Das Kulturzentrum des Klinikums Wahrendorff in Köthenwald ist für das Leben im Klinikum von zentraler sozialer Bedeutung. Die Kunstwerkstatt ist Anlaufstelle für Heimbewohner, klinische und ambulante Patienten. Sie schafft über die therapeutischen Funktionen hinaus Freiräume für Individualität, stellt die Arbeiten der Schaffenden aus und unterstützt die, die sich künstlerisch entwickeln und profilieren. Die Arbeit reicht von der individuellen Anleitung bis zur Schaffung eines Freiraums, in dem Künstler sich völlig eigenständig entfalten. Im traditionsreichen Klinikum haben die Bilder ihren festen Platz.

Die Ausstellungs- und Atelierräume können nach Anmeldung besucht werden. Die Künstler werden bei ihren externen Ausstellungen unterstützt. 2007 Ausstellung mit dem Kunstverein Burgwedel/Isernhagen.

Die Arbeit wird von den Medien aktiv begleitet. Ein aktueller Fernsehbericht in RTL Regional vom 02/03/2010 ist im Pressespiegel auf der Internetseite des Klinikums publiziert.

Dr. Matthias Wilkening, Annette Lechelt

www.wahrendorff.de

 

Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Lohr/M., Kunstwerkstatt

Die kunsttherapeutischen Angebote des traditionsreichen Bezirkskrankenhauses haben seit 1993 ihren festen Platz im Kulturangebot des Hauses gefunden. Die Arbeit begann mit Kursen und einem Skulpturenprojekt. Die eigentliche Kunsttherapie hilft in geschlossenen Gruppen, innere Prozesse lösungsorientiert zu bearbeiten. Oft werden dabei schöpferische Fähigkeiten geweckt.Die offene Atelierarbeit fördert eigenständige künstlerische Entwicklungen bis zur Ausstellungsreife. In der laufenden Arbeit stehen graphische und skulpturale Techniken im Vordergrund, im Sommer finden Kurse mit der Arbeit an Objekten und Plastiken statt. Eine kunsthistorisch wichtige Aufgabe ist es, die dem Hause verbliebenen Bestände aus dem Gesamtwerk von Georg Schäfer zu erhalten und zu pflegen. Dies erscheint umso wichtiger, als der Künstler über seine beiden großen Ausstellungen hinaus noch wenig bekannt ist und sich noch kunsthistorische Fragestellungen anbieten.

Auswahl: 1990 Köln, DuMont-Halle. 1991 Würzburg, Universitätsklinik. 1995 Düsseldorf, Kunsthalle. 2001 Nürnberg, St.Egidius-Kirche. 2005 Frankfurt/O. Museum für Junge Kunst. 2006 Berlin, St.Matthäus-Kirche. 2008 Würzburg u.a. Wanderausstellungen. Mehrere Ausstellungen in der Stadt Lohr und im Bezirkskrankenhaus.

Gerd Jungkunz, Helmut Müller-Ortstein (Hrsg.) (1997) Seelenbilder. Die Welt des Georg Schäfer. Lohr/M., Sommerberg Verlag

Prof. Dr. Gerd Jungkunz, Michael Henning

www.bezirk-unterfranken.de

 

KRH Psychiatrie Wunstorf, Kunstwerkstatt

Die kunstpädagogische Tradition des damaligen Landeskrankenhauses Wunstorf begann mit der Psychiatriereform nach 1976 durch die Förderung von Kunst am Bau. Prof. Siegfried Neuenhausen verwirklichte dies in den Jahren 1981-1982 mit seinen Bildhauerprojekten u.a. unter Mitarbeit von Usch Jacobi. Sie war an der Gründung der Kunstwerkstatt 1989 beteiligt und arbeitet dort bis heute mit. Sie realisierte gemeinsam mit dem Krankenhaus Projekte wie die Ausgestaltung des Bahnhofs Wunstorf (2006/2007), einen Skulpturenpark mit Mosaikplastiken (2004-2006, gemeinsam mit Anne Brömme) und die Ausgestaltung eines Stationsgebäudes (2007). Daneben besteht ein kunsttherapeutischer Arbeitsschwerpunkt. Er steht allen klinischen Bereichen des Hauses, aber auch ambulanten Patienten zur Verfügung. Der persönliche Ausdruck und Gestaltungswillen bis hin zur künstlerischen Emanzipation und eigenschöpferischen Tätigkeit ist das Leitbild. Alle Übergänge von Psychotherapie über das Medium, Assistenz bis zur kunstpädagogischen Förderung und zum Coaching kommen vor. Gemeinsam mit dem Förderverein pARTner werden in der heutigen KRH Psychiatrie Wunstorf und ihrer Kulturarbeit Ausstellungen veranstaltet. Zu den neuen Aufgaben gehört die Arbeit mit forensischen Patienten. Kunst ist im Krankenhaus präsent, sei es mit der großen Brunnen-Installation "Klapsmühle" im Park, mit dem Mahnmal für die von hier deportierten Opfer der NS-Psychiatrie oder den Werken der Patientenkünstler in allen Krankenhausbereichen. Das Krankenhaus war seit 1975 Vorreiter der Psychiatriereformen. Es engagiert sich für das Gedenken an seine Opfer aus der NS-Psychiatrie und ist mit seiner Arbeit fester Bestandteil auch der kulturellen Vielfalt in der Stadt Wunstorf und in der Region Hannover.

2000 Wunstorf, Nds.Landeskrankenhaus, Sozialzentrum. Projektgebundene Ausstellungen.

Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (Hrsg.) (1992): Graben nach verschütteter Kreativität, Braunschweig.  Ulrich Kobbé (1980) ".. pour ne pas pleurer" - Emotionsanalyse eines Kunst-am-Bau-Projekts im Landeskrankenhaus. Nieders. Landeskrankenhaus Wunstorf 1980

Leitung und Auskunft: Dr. Cornelia Oestereich, Dr. Harald Döhring, Annette Dittmer

www.krh.eu/wunstorf

 

pARTner e.V. Verein zur Förderung von Kunst psychisch Kranker, Wunstorf

Der 1994 gegründete Verein unterstützt die Arbeit der Kunstwerkstatt Wunstorf. Er initiiert künstlerische Projekte und Ausstellungen und macht die Arbeiten der Künstler über den Klinikrahmen hinaus bekannt.

Der Verein vertritt die Interessen der Künstler nach außen. Verkaufserlöse fließen zum größten Teil direkt an die Künstler.

 

 

Leitung und Auskunft: Dr. Harald Döhring, Usch Jacobi

www.erlebnis-art.de

Das Foto (© Andreas Spengler 2009) zeigt eine Mosaikskulptur im Park aus dem Projekt der Kunstwerkstatt 2004-2006.

 

Private Leihgeber

Private Sammler mit ihrem persönlichem Engagement und ihrer Verbundenheit zu den Werken können Säulen der Kultur sein, gerade für die oft nicht öffentlich beachteten Künstler der "art brut". Es haben sich engagiert u.a. Dr. Harald Döhring, Usch Jacobi, Angelika Laute, Prof. Siegfried Neuenhausen, NN.

 

Prof. Siegfried Neuenhausen, Hannover

Das damalige Niedersächsische Landeskrankenhaus Wunstorf stand mitten in dem 1975 begonnenen Prozess der Psychiatriereformen, und man errichtete erste Neubauten. Mit einer staatlichen Förderung "Kunst am Bau" beschritt Prof. Siegfried Neuenhausen, damals Hochschullehrer an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig neue kunstpädagogische Wege. Er leitete Patienten, die nie mit Kunst in Berührung gekommen waren, in der Steinbildhauerei, beim Modellieren mit Ton und Keramik und beim Malen an. Parallel zu einem ähnlichen Projekt in Hamburg-Ochsenzoll entstand unter Mitwirkung von Usch Jacobi ein Skulpturenpark vor dem neuen Sozialzentrum, der heute selbstverständlicher Teil des Krankenhauses und Stadtbildes geworden ist. Ähnliche Projekte machte Neuenhausen mit Gefangenen in Bremen und mit Behinderten in Braunschweig. Das Leitmotiv war künstlerisch, allenfalls pädagogisch, aber nicht therapeutisch. Es ging um das Wecken latenter oder verschütteter Kreativität, aber auch um "Entdeckungsreisen in die eigene Existenz". Die Einzelarbeiten und wenige Gemeinschaftswerke sprechen eine Stein gewordene, zugleich vitale, ursprüngliche Sprache mit verborgenen symbolischen Botschaften, aber auch unverstellter Bildaussage. Sie stehen in manchem dem nahe, was Künstler mit psychischen Störungen schon vor Jahrhunderten geschaffen haben. Das Projekt wurde ein wichtiger bis heute beachteter Meilenstein in der Entwicklung der "art brut" und Vorbild anderer Initiativen. Der Kunst von Patienten und Behinderten ist Neuenhausen bis heute verbunden. Er ist Mitinitiator und künstlerischer Ideengeber der "Elementarkräfte" und stellt als Leihgeber Werke aus den damaligen Projekten zur Verfügung. Die Projekte trugen sowohl in Wunstorf als auch in Hamburg-Ochsenzoll nachhaltig zur Entwicklung der Kunstwerkstätten bei, die heute bei "Elementarkräfte" vertreten sind. Sie wurden Vorbild für viele psychiatrische Kliniken in Deutschland. Anfragen über pARTner e.V.

Ausstellung zu dem Bildhauerprojekt: 1983 Hannover, Kunstverein

Siegfried Neuenhausen (1992): Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (Hrsg.) (1992): Graben nach verschütteter Kreativität, Braunschweig. Ulrich Kobbé (1980) ".. pour ne pas pleurer" - Emotionsanalyse eines Kunst-am-Bau-Projekts im Landeskrankenhaus. Nieders. Landeskrankenhaus Wunstorf 1980

Auskunft über die Wunstorfer Kunstwerkstatt

www.wunstorf.krh.eu

Das Foto zeigt den Skulpturenpark 1981-1982, Impression im Jahr 2009 (© Andreas Spengler 2009)

 

Aktuell: Am 20.Mai 2010 wurde bekannt, daß die beiden großen Kunstwerke in Hamburg Ochsenzoll vor einiger Zeit abgebaut und möglicherweise zerstört worden sind. Prof. Neuenhausen war nicht darüber informiert. Er sprach auf seiner Vortragsveranstaltung am 12. Mai 2010 in Hannover von einer "Schandtat" und fordert öffentlich Aufklärung. Vgl. auch hier.

Rosengarten e.V., Ausstellung "Karl Hans Janke", Wermsdorf

Der Verein  Rosengarten e.V. ist Träger von wissenschaftlichen und allgemeinbildenden Veranstaltungen, Einrichtungen und Angeboten für Betroffene und Angehörige in der gesamten regionalen präventiven und rehabilitativen Arbeit für psychisch Kranke der Region um das Sächsische Krankenhaus Hubertusburg in Wermsdorf. Er erfüllt diese Arbeit auch mit kulturellen Ereignissen und er ist Träger der Ausstellung "Karl Hans Janke", die das wiederentdeckte Gesamtwerk "ihres" Künstlers wissenschaftlich aufarbeitet, pflegt und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Der Verein ist aus der Psychiatrischen Klinik des Krankenhauses hervorgegangen. Die Sammlung befindet sich im historischen Ensemble des 1721-1733 unter August dem Starken errichteten Schlosses, das seit 1845 für die Unterbringung, Behandlung und Pflege psychisch Kranker genutzt wird. 

Ausstellungen und Publikationen beim Künstler

Vors. Herr Schneider, Dirk Petzold, M.A.

www.karl-hans-janke.de

 

Sammlung Prinzhorn. Psychiatrische Universitätklinik Heidelberg

Die Sammlung durchlief eine wechselvolle Geschichte. 1938-1940 waren Werke zum Vergleich in der tourenden Feme-Ausstellung "Entartete 'Kunst'" zu sehen. Nach dem Krieg fast vergessen, wurde der Fundus 1963 von Harald Szeemann wiederentdeckt, seit 1979 mit Unterstützung der Volkswagenstiftung konserviert, restauriert und katalogisiert. Seither machten ihn einige Wanderausstellungen wieder international bekannt. 2001 konnte die "Sammlung Prinzhorn" endlich ein eigenes Museumsgebäude beziehen und zeigt nun ihren Bestand in wechselnden Ausstellungen. Diese beziehen neben Leihgaben und Schenkungen anderer Institutionen auch zeitgenössische Werke ein. Die  Werke der Sammlung beeinflußten ähnlich wie die Adolf Wölflis, der von Fritz Morgenthaler 1921 unter dem Titel "Ein Geisteskranker als Künstler" portraitiert  worden war, wesentlich die Entwicklung der Kunst der Moderne. Werke von Künstlern aus den damaligen psychiatrischen Anstalten wurden früh von Künstlern wie Paul Klee, Max Ernst und anderen gesammelt. Die Sammlung Prinzhorn ist eine international bekannte Institution mit einer lebendigen Museums- und Kulturarbeit.

Laufendes Ausstellungsprogramm. Zahlreiche internationale Ausstellungen und Beteiligungen.

Enge Auswahl: Hans Prinzhorn (2001) Bildnerei der Geisteskranken, 6. Aufl., Springer, Wien New York (Erstauflage 1922).  Bettina Brand-Claussen (1997) Das "Museum für pathologische Kunst" in Heidelberg. Von den Anfängen bis 1945, in: Wahnsinnige Schönheit, Prinzhorn-Sammlung, Ausstellungskatalog Osnabrück, Kulturhistorisches Museum, Heidelberg.  Thomas Fuchs, Inge Jádi, Bettina Brand-Claussen, Christoph Mundt (Hrsg.) (2002) WahnWeltBild, Die Sammlung Prinzhorn, Beiträge zur Museumseröffnung. Springer, Berlin u.a.

Dr. Thomas Röske

http://prinzhorn.uni-hd.de

 

Sprengel Museum Hannover

Das Sprengel Museum Hannover zählt mit seiner umfangreichen Sammlung und dem vielfältigen Ausstellungsprogramm zu den bedeutendsten Museen der Kunst des 20. Jahrhunderts und 21. Jahrhunderts. Es hat seit Jahren Künstler der AuE bei sich zu Gast.

www.sprengel-museum.de