"Die Bildhauerprojekte Wunstorf und Hamburg-Ochsenzoll 1981-1982"

Freitag 21. Mai 2010, 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr

Städtische Galerie KUBUS, Th.-Lessing-Platz 2, 30159 Hannover

Prof. Siegfried Neuenhausen

Download: Presseerklärung der Landeshauptstadt Hannover vom 19.5.2010

Siegfried Neuenhausen beschreibt seine Arbeit der Jahre 1981 bis 1982 in zwei psychiatrischen Krankenhäusern mit Patienten, die ohne künstlerische Vorerfahrung an die Bildhauerei herangeführt wurden. Erstmals traten die Künstler aus den geschützten Ateliers heraus in den öffentlichen Raum der "Kunst am Bau". Entstehungsgeschichte, Arbeitsweise, Erfahrungen und spätere Rezeption waren wegweisend für die Entwicklung von Kunstwerkstätten und für die Anerkennung dieser Kunstgattung.

 

Foto: Cornelius Meffert 1982

 

Prof. Siegfried Neuenhausen

Alte Kornbrennerei, Bertramstr. 4 A, 30165 Hannover

KRH Psychiatrie Wunstorf, Südstr. 25, 31515 Wunstorf

Skulpturenpark Wunstorf
Foto Skulpturenpark Wunstorf: Andreas Spengler 2009

Wie soeben bekannt wurde, sind die beim Sozialzentrum des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses Ochsenzoll im Jahr 1982 öffentlich aufgestellten beiden Relief-Stelen von Prof. Neuenhausen und Patientenkünstlern vor einigen Monaten im Zusammenhang mit einem Grundstücksverkauf an die Freie und Hansestadt Hamburg ohne Rückfrage beim Künstler vernichtet worden. Näheres ist noch nicht bekannt.
Prof. Neuenhausen verlangte öffentliche weitere Aufklärung und rasche politische und rechtliche Kärung. Es handele sich um eine "Schandtat". (Vortrag 21.5.2010, Hannover)

In der Zeitschrift Kulturpolitik Nr. 4, Dezember 2010 (Berufsverband Bildender Künstler) problematisiert Ulla Windheuser-Schwarz das Vergessen von Kunstwerken im öffentlichen Raum, welche abgerissen wurden. Hier wird auch der von Siegfried Neuenhausen beklagte Abriss in Hamburg Ochsenzoll thematisiert. Die Kulturbehörde in Hamburg bedauerte den Abriss, der seitens des Krankenhauses
einseitig vorgenommen wurde. Das Krankenhaus hatte sich gegenüber Neuenhausen dahingehend geäußert, es habe Baufälligkeit vorgelegen und man habe nicht gewußt, daß er die Werke gemeinsam mit Psychiatriepatienten geschaffen hatte.
Der Skandal, dass der Künstler als Initiator und Autor nicht über die Beseitigung informiert worden war, bleibt mit bitterem Nachgeschmack im Raum stehen. Rechtliche Möglichkeiten, einen Abriss zu verhindern, sind im Urheberrecht aber nicht gegeben.