"Schaffen und Werk psychiatrieerfahrener Künstler über 100 Jahre"

Sonntag, 25. April 2010, 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Theodor-Lessing-Saal , Eingang über Städtische Galerie KUBUS, Th.-Lessing-Platz 2, 30159 Hannover

Das Symposion stellt einen interdisziplinären Dialog zwischen Kunstwissenschaft und Psychiatrie in historischer Perspektive her. Die Initiatoren beschreiben die Ausstellungskonzeption. Dr. Röske, Direktor der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg und Prof. Dr. Ulrich Krempel, Direktor des Sprengel Museums Hannover beleuchten die Entwicklung dieser Kunstgattung seit Beginn des 20. Jahrhunderts aus ihrer jeweiligen kunsthistorischen und kunstwissenschaftlichen Perspektive. Eine Podiumsdiskussion vertieft dies im Licht der Psychiatrie- und Kunstgeschichte.

Leitung: Lothar Schlieckau

Prof. Dr. Andreas Spengler, Prof. Siegfried Neuenhausen, Lothar Schlieckau, Rolf Laute

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Dr. Thomas Röske, Heidelberg "Kunst und psychische Krise damals und heute"

Röske, Direktor der Prinzhorn Sammlung Heidelberg, hob in seiner Einführung in die Ausstellung und im Symposion mit Blick auf die erstmals überhaupt gezeigten Original-Aquarelle von Julius Klingebiel und die Rauminstallation zur Klingebiels Zelle aus dem Festen Haus Göttingen hervor: Es gebe wenig erhaltene Kunst aus dem psychiatrischen Kontext der 50-er Jahre. Klingebiels Werk sei so gesehen ein echter "Solitär". Das Werk sei zu erhalten und weiter wissenschaftlich zu erschließen. Röske stellte dar, wie die Entwicklung von Kunst aus psychiatrischem Kontext Einfluß auf die Entwicklung der Moderne gewann. Er vertrat, daß das innere Anliegen und die Botschaft der Künstler selbst in der öffentlichen Rezeption nicht untergehen dürfe, daß ihre Kunst aus einem besonderen psychiatrischen Kontext entstanden ist.

Prof. Dr. Ulrich Krempel, Hannover "Jeder Mensch ist ein Künstler"

Krempel, Direktor des Sprengel Museums Hannover und Leihgeber eines Werkes in der Ausstellung stellte an Hand von Werken etablierter Künstler dar, wie diese sich schon immer auch auf die Quellen der "art brut" berufen. Ein Begriff wie "outsider art" sei diskriminierend und obsolet.

Krempel: "Eine wichtige Ausstellung".


Podium: Referenten und Initiatoren