Aus traurigem Anlaß

Am 31.8.2011 verstarb unerwartet Dr. Raimond Reiter, der auf unserem Symposion über Künstler als Opfer der NS-Psychiatrie über Gustav Sievers berichtet hat.
Er arbeitete wissenschaftlich am Projekt über Julius Klingebiel mit. Reiter hat sich mit Büchern und Ausstellungen um die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit verdient gemacht.
Wir haben einen klugen Wissenschaftler, engagierten Demokraten und guten Kollegen verloren. Mit seinem Buch "Morden im Norden" (Militzke, Leipzig 2011) setzte er Gustav Sievers ein letztes literarisches Denkmal.

Katalog

Andreas Spengler, Siegfried Neuenhausen, Lothar Schlieckau, Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover (Hg.)
Elementarkräfte - Schaffen und Werk psychiatrieerfahrener Künstler über 100 Jahre.
Psychiatrie-Verlag Bonn, 2010
ISBN 978-3-88414-599-9

Restexemplare des Kataloges können im Verlag bestellt werden
oder sind über den Internet-Buchhandel zu beziehen.

 

Folgeprojekt Julius Klingebiel (1904-1965)

Das Forschungsprojekt Julius Klingebiel (1904-1965) ist als Nachfolgeprojekt von „Elementarkräfte“ im Jahr 2011 konkret angelaufen. Träger ist der Förderverein Sozialpsychiatrie Moringen e.V.. Im Herbst 2011 wird eine erneute Fotodokumentation durchgeführt. Geplant sind Ausstellungen, Veranstaltungen, Bildungsangebote und die Herausgabe eines Buches bei einem renommierten Göttinger Verlag. Das reich bebilderte Buch soll im Herbst 2012 erscheinen. Darin sollen biographische und psychiatriehistorische Funde beschrieben und kunstwissenschaftliche Aufarbeitung geleistet werden. Geplant ist auch ein Kapitel über die lokale Institutionsgeschichte. Initiatoren und Herausgeber sind Prof. Dr. Andreas Spengler, Wunstorf, Dr. Koller, Göttingen und Dr. Hesse, Moringen und Dr. Thomas Röske, Direktor der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg. Er ist Autor für den kunsthistorischen Teil. Wichtige Vorarbeiten wurden von dem leider August 2011 verstorbenen Historiker Dr. Raimond Reiter geleistet. Die Arbeit wird mit seinen Rechercheergebnissen fortgesetzt werden. Forschung, Veranstaltungen und Publikation sollen über die öffentliche Rezeption des Werkes hinaus dazu beitragen, dass die Ausmalung der Zelle im "Festen Haus" in Göttingen erhalten bleibt. Der Denkmalschutz ist eingeschaltet. Frau Ministerin A. Özkan hat den Projekt Erfolg gewünscht und Unterstützung zugesagt, ebenso wie die beteiligten Krankenhäuser und die Stadt Göttingen.

Zur Finanzierung dieses Folgeprojektes laufen Förderanträge bei Stiftungen und öffentlichen und institutionellen Förderern. Etliche Zusagen liegen bereits vor. Die Ausgaben erstrecken sich auf Druckkostenzuschüsse beim Verlag, Autorenhonorare, Reisekosten, Büroaufwand, auch auf die Fotodokumentation und die Herstellung einer mobilen Foto-Rauminstallation. Weitere Informationen werden gern zur Verfügung gestellt.

Es besteht noch Finanzierungsbedarf. Das Projekt kann direkt durch Spenden unterstützt werden. Hierzu hat der vom Finanzamt Northeim als gemeinnützig anerkannte Träger ein Sonderkonto eingerichtet. Überweisungen mit dem Stichwort „Klingebiel“ sind herzlich willkommen. Bitte Angabe von Namen und Adresse, eine Spendenbescheinigung wird zugesandt. Auf Wunsch können Spender späterhin namentlich genannt werden.

Spendenkonto:
Förderverein Sozialpsychiatrie Moringen e.V., Mannenstrasse 29, 37186 Moringen
Konto 16088104 bei der Volksbank Solling eG ( BLZ 26261693 )


Der Verein ist wegen Förderung gemeinnütziger Zwecke nach dem aktuell gültigen Freistellungsbescheid des Finanzamts Northeim, StNr. 35/270/31156, vom 25.10.2010 für die Jahre 2006 – 2008 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftsteuer befreit.

Neuigkeiten und Veranstaltungen

Symposion DGPPN Berlin 2011 (24. November 2011 um 8:30, Raum 42): Bildende Kunst aus institutionellem psychiatrischem Kontext ist der Titel eines psychiatrisch-kunstwissenschaftlichen Symposions beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde im November 2011 in Berlin. M. Koller wird über Julius Klingebiel referieren. T. Röske spricht über kunstgeschichtliche Aspekte, A. Spengler über das Schaffen zwischen Kunst und Krankheit, L. Niederreiter über Schaffen zwischen Management und Therapie.



Die bei uns erstmals öffentlich gezeigte Mosaikskulptur von C.W. wurde am 22.9.2010 in der Sammlung Prinzhorn Heidelberg öffentlich im Eingangsbereich aufgestellt und eingeweiht.
Der Künstler hat ihr nachträglich den Titel "Jahr 2063" gegeben.
Eröffnungsrede (c) ASp


Hier dazu eine Meldung der Uni Heidelberg.
Zur Eröffnung sprach Usch Jacobi über ihre Arbeit in der Wunstorfer Kunstwerkstatt und über den Entstehungsprozess des Werkes (hier zu finden).

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete am 24.9.2010: "Metamorphosen der Psychose"

 

Berichterstattung

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Publikation von Andreas Spengler (2010): Elementarkräfte. Werk und Schaffen psychiatrieerfahrener Künstler über 100 Jahre. NeuroTransmitter 4: 72-73. © Verlag URBAN & VOGEL GmbH, München 2010, ISSN 1436-123X Publikation - Download